Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen (Mahatma Gandhi)

Liebe Bewerberinnen, liebe Bewerber,

haben Sie sich schon einmal mit der Frage nach den Ursachen für Krieg und Gewalt beschäftigt? Haben Sie in der Schule oder in den Medien schon einmal davon gehört, dass Kinder in Deutschland von den Nationalsozialisten gezielt auf den Krieg vorbereitet wurden und welche schrecklichen Rollen Erziehung und Bildung in der Ermöglichung kriegerischer Gewalt gespielt haben?

Haben Sie sich vielleicht sogar im Umkehrschluss schon einmal gefragt, wie sich Konflikte und Kriege durch eine besondere Art der Pädagogik überwinden oder verhindern ließen? Wenn ja, dann ist das ungewöhnlich, denn dieser wichtigen Frage wird im Allgemeinen nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Das ist verwunderlich, da wir derzeit in vielen Ländern Europas erleben, dass wichtige Errungenschaften des friedlichen Zusammenlebens in der Demokratie gefährdet sind: Zum Einen weil die Schrecken des Krieges, der Hass und die Gewalt, die vom Hitlerregime ausgingen, zunehmend in Vergessenheit geraten. Zum Anderen, weil Nationalismus, Rassismus, Antisemitismus, Populismus und die Fixierung auf Feindbilder wieder auf dem Vormarsch sind.

Fundamental wichtige Voraussetzungen für Frieden, Freiheit und Sicherheit in Deutschland und Europa sind Erziehungs- und Bildungskonzepte, aus denen mündige, verantwortungsbewusste, engagierte und konfliktfähige Bürger hervorgehen. Als Fachschule haben wir uns deshalb „auf die Fahnen geschrieben“, hierfür einen Beitrag zu leisten.

Eine wichtige Basis für den gewaltfreien Umgang mit Konflikten sowohl auf individueller als auch auf gruppenspezifischer, bzw. auf gesellschaftlicher Ebene kann durch die Friedenspädagogik geschaffen werden. In Kitas, Vorschulen und Schulen ist sie bislang jedoch kaum etabliert. Dabei sind sich Bildungsexperten längst darüber einig, dass Friedens- und Konfliktfähigkeit vermittelbar und erlernbar sind.

Friedenserziehung muss allerdings schon früh beginnen, damit sie ihre Wirksamkeit entfalten kann – je früher sie einsetzt, desto effektiver ist sie. Daraus resultiert unsere Auffassung, bereits in Kindertagesstätten friedenspädagogische Lernmodelle zu integrieren und gleichzeitig die Partizipations- und Mitbestimmungsrechte zu stärken.

Wir legen großen Wert darauf, den angehenden Erzieherinnen und Erziehern im Rahmen der berufsbegleitenden Ausbildung ein Wissen zu vermitteln, welches sie später im Beruf dazu befähigt, die vielfältigen Herausforderungen der Gesellschaft als Chance für ein friedliches Miteinander zu nutzen.

Die lokalen und globalen Entwicklungen und Ereignisse bestärken unsere Auffassung, dass es sehr wichtig ist, Kinder bereits in der ersten Phase ihrer Entwicklung durch eine Stärkung ihrer Demokratie- und Friedenskompetenzen für das Leben in einer immer komplexer werdenden Welt fit zu machen.

Unser Ziel ist es, durch die Ausbildung dafür Sorge zu tragen, dass die Absolvent*innen mit ihrem Fachwissen und ihrer Kompetenz einerseits zur Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses in multikulturellen Gruppen beitragen und andererseits die Ausbildung demokratischer Kompetenzen bei den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen fördern.

Inspiriert von den Materialien der Berghof-Foundation, dem ehemaligen Institut für Friedenspädagogik, betrachten wir diesen pädagogischen Ansatz nicht als fertiges pädagogisches Handlungskonzept, sondern als handlungsleitendes Prinzip, das bezogen auf die Ziele Schnittmengen mit der Demokratieerziehung, der interkulturellen Bildung, sowie mit den Themen Integration und Gewaltprävention aufweist. Friedenspädagogik zieht sich als Querthema durch alle Inhalte der Ausbildung.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung