Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen. (Kurt Marti, Theologe)

Liebe Bewerberinnen, liebe Bewerber,

dass bunte Vielfalt und Mehrsprachigkeit in Berlin zum Alltag gehören, dürfte für Sie eine Binsenweisheit sein, wenn Sie in Berlin leben oder sogar aufgewachsen sind. In keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele Kindertagesstätten, Vorschulen und Schulen, die sich zu multikulturellen Lebensräumen entwickelt haben. Dort begegnen sich Kinder aus unterschiedlichen Kulturkreisen mit verschiedenen Religionen.

Die kulturelle und religiöse Vielfalt stellt Erzieherinnen und Erzieher jedoch vor neue Aufgaben und Herausforderungen, nicht zuletzt auch deshalb, weil in vielen Einrichtungen vermehrt Kinder aus Flüchtlingsfamilien betreut werden.

Sozialpädagogische Einrichtungen oder Fachschulen, die diese Realität außer Acht lassen und weiterhin erziehen oder ausbilden, als gäbe es nur eine Kultur, eine Sprache und eine Religion, sind nicht mehr zeitgemäß. Um den Anforderungen einer immer heterogener werdenden Gesellschaft gerecht zu werden, sind neue Bildungs- und Erziehungskonzepte gefragt.

An der eventus Fachschule für Sozialpädagogik haben wir deshalb unsere Schwerpunkte in der berufsbegleitenden Ausbildung bewusst auf interkulturelle Pädagogik und interreligiöses Lernen gelegt – mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche bestmöglich auf ein Leben in einer offenen, modernen und multikulturellen Gesellschaft vorzubereiten.

Im Zentrum steht das Bemühen, um ein friedvolles Zusammenleben. Verständnis und Akzeptanz für unterschiedliche Perspektiven sowie gegenseitiger Respekt sind dafür die Voraussetzungen. Offenheit und gegenseitige Wertschätzung heißt indes nicht, alles gut zu heißen.

Interkulturelle und interreligiöse Bildung und Erziehung bedeutet, dass alle Kinder unabhängig ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Sprache oder ihrer kulturellen und religiösen Orientierung gleichwertig behandelt werden. Jedes Kind erfährt Achtung und Wertschätzung gegenüber seiner Kultur und seiner Religion.

Entwicklungs- und Bildungschancen der Kinder hängen jedoch nicht allein von guten pädagogischen Konzepten und Lernmodellen ab, sondern auch davon, wie Erzieherinnen und Erzieher diese Konzepte umsetzen, mit welcher Haltung sie den Kindern begegnen und welche Kompetenzen sie mitbringen.

Im Rahmen der Ausbildung an unserer Fachschule reichen wir angehenden Erzieherinnen und Erziehern nicht nur Wissen und Methoden an die Hand, die kulturell vielfältigen Zusammensetzungen in ihren künftigen Einrichtungen als Chance zu verstehen, sondern befähigen sie auch dazu, ihren pädagogischen Alltag kompetent und professionell zu gestalten. Zu den Schlüsselkompetenzen, die wir gezielt fördern, zählen u.a. eine Grundhaltung zum Dialog, das Verständnis für andere Kulturen und ein sich Zurechtfinden in ihnen. Die praktische Zusammenarbeit mit Menschen verschiedener Kulturen ist ein fester Bestandteil in unserer Fachschule.

Interkulturelle und interreligiöse Kompetenzen lassen sich nicht nebenbei durch Lesen eines Fachbuches oder die Teilnahme an einem Workshop erwerben, es handelt sich vielmehr um dauerhafte Lern- und Entwicklungsprozesse, die immer wieder neue Herausforderungen bereithalten. Deswegen haben wir in unserer Fachschule eine didaktische Grundstruktur entwickelt, welche Einseitigkeiten verhindert und die Auszubildenden dabei unterstützt, eine konsequent demokratische und vorurteilsbewusste Haltung im Alltag einzunehmen und in ihren künftigen sozialpädagogischen Einrichtungen eine gleichberechtigte Kultur des „Miteinander-Wachsen“ zu entwickeln.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung